Über Revolutionen, Aufstände und Widerstand: Libanon, Irak, Syrien

“Die Revolution wird sich morgen schon‚ rasselnd wieder in die Höh‘ richten‘ und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war, ich bin, ich werde sein!“
- Rosa Luxemburg -
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Beirut, Doha Hassan
Beirut, Roger Asfar
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Beirut, Roger Asfar
Beirut, Roger Asfar
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Roger Asfar
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Tripoli, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Beirut, Doha Hassan
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Bagdad, Miriam Younes
Douma, Winter 2018: Ein Junge hält ein Fladenbrot vor sein Gesicht – ein bisschen Brot ist gleich ein kleines bisschen Glück.
Mesraba Souk, Sommer 2017: Kurze Zeit, nachdem das Photo entstanden ist, wurde der Souk anfang 2018 vollständig zerstört.
Ain Tarma, Ost-Ghouta, Herbst 2016: Seitdem Abu Mahrus sinen Weizenvorrat während der Belagerung von Ghouta durch das Regime verloren hat, macht er Brot aus Gerstenmehl.
Douma, Al-Kuwatli Straße, Sommer 2017: Um seine Familie zu ernähren, verkauft Hussam Mais.
Douma, die Große Moschee: Abu Mahjub verkauft Fruchtsaft aus getrockneten Früchten, die er vor der Belagerung von Ghouta eingelagert hatte.
Frontlinie Autobahn Homs-Damaskus, Ramadan 2017: Abu Mohammad ist ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee. Dort wo er sitzt, verläuft die Grenzlinie zu den Einheiten des syrischen Regimes.
Frontlinie Autobahn Homs-Damaskus, Ramadan 2017: Eine Mahlzeit für vier Kämpfer der FSA.
Frontlinie Autobahn Homs-Damaskus, Ramadan 2017: Eine Mahlzeit für vier Kämpfer der FSA.
Douma, Al-Jelaa Straße, Sommer 2015: Der Teeverkäufer Abu Kasim kurz bevor er in einem Streubombenangriff, der seinen Laden zerstörte, ums Leben kam.
Douma, Al-Kuwatli Straße, Winter 2016: Während Streu-und Vakuumbomben auf die Stadt niedergehen, sitzt Abu Mahmud auf der Straße und macht Tee. Sein Sohn wurde Anfang 2018 während des letzten Angriffs auf Douma getötet, in dem seine gesamte Familie schwere Verbrennung durch Napalmbomben erlitt.

Seit dem 1. Oktober 2019 ziehen Menschen im Irak und Libanon in Massendemonstrationen auf die Straße. Diese Bewegungen teilen zum Einen viele strukturellen Merkmale, zum Anderen aber erinnern sie uns an die Aufstände von 2011/2012 in der MENA- Region. In Syrien haben sich diese Proteste seitdem zu einem noch immer andauernden blutigen Bürgerkrieg ausgewachsen.

Medienberichte über diesen Konflikt beschränken sich meist auf die Narrativen, die Gewalt und Krieg diktieren und übersehen dabei wichtige Mobilisierungsbewegungen und herausstechende revolutionäre Momentaufnahmen. Die Aufstände im Irak und im Libanon wurden seit ihrem Beginn von deutsch- und englischsprachigen Medien nur geringfügige wahrgenommen. Aus diesem Grund widmen wir eine Rubrik unserer Webseite diesen Protestbewegungen in Syrien, im Irak und im Libanon mit einer Chronik der Aufstände im Libanon und Irak, mit Schriftliche Zeugnisse, Artikeln und Visuelle Zeugnisse.

Foto: Roger Asfar

Chronik zu den Protesten im Libanon und Irak

Seit dem 1. Oktober 2019 finden im Libanon und im Irak Massenproteste statt. Beide Protestbewegungen brachen nicht nur nahezu gleichzeitig aus, die Leute auf der Straße demonstrieren auch gegen ähnliche Missstände und haben ähnliche Forderungen: Gegen das herrschende politische System und gegen die herrschende politische Elite, gegen Konfessionalismus, Klientelisms und Korruption, gegen politische Gewalt und Willkürlichkeit, gegen neoliberale und kapitalistische Politik, gegen Althergebrachtes, und damit für eine Neuerfindung von politischer Praxis und System in beiden Ländern.

In deutscher Sprache gibt es momentan wenig Berichterstattung zu beiden Protestbewegungen. Diese Chronik soll daher dazu dienen, einen Überblick zu den wichtigsten Daten und Ereignissen zu geben sowie grundlegende Fragen zu beiden Protestbewegungen zu beantworten: Warum brachen die Proteste aus? Wer protestiert? Was sind die Forderungen der Protestierenden? Und wie reagiert der jeweilige Staat auf die Proteste?

Lesen Sie mehr über die Region in unserem Dossier Westasien im Fokus.

Redaktion: Miriam Younes,Editorial Staff: Miriam Younes, Mohammad Blakah, Katharina Borlinghaus | Rosa-Luxemburg-Stiftung Beirut

Visuelle Zeugnisse

"... Es ist Anfang Dezember 2012, ein Jahr nachdem ich meine Heimatstadt Damaskus in Syrien verlassen hatte, ein Jahr, in dem ich im Exil ausharrte. Einst friedlich, war die Revolution von dem Regime gewaltsam in bewaffnete Auseinandersetzungen hinein gezogen worden. Sobald die Gewalt die Oberhand gewann, stieg und stieg die Zahl der Opfer und Inhaftierten. All das beobachtete ich hilflos von außerhalb der Grenzen meines Landes. Ein verfluchtes Land. Ich beschloss, in die Region um Idlib und Aleppo in Nordsyrien zu gehen, wo die Freie Syrische Armee die Regierungskräfte vertrieben, und die Kontrolle übernommen hatte. Ich hoffte, meine Rolle in der Revolution wieder finden zu können, auch jetzt, wo sie so gewaltsam geworden war. Doch anders als zu Beginn der Revolution waren wir uns nicht mehr einig, unsere Stimmen und Forderungen nicht mehr im Einklang. Nach nur kurzer Zeit war es mir unmöglich, weiter zu machen.
Der Frieden, nach dem wir suchten, war schon lange unter den Trümmern neben unseren Gefallenen begraben worden und die Würde, auf die wir so stolz gewesen waren, wurde schon bald mit der Erniedrigung von Hunger und Belagerung ersetzt. Um zu dokumentiere, was um uns herum geschah, filmte ich in dieser Zeit in Nordsyrien zahlreiche RebellInnen. Vielleicht filmte ich sie auch um mich zu erinnern, denn nichts von dem, was geschah, geschah ohne dass es vollkommen offenkundig für alle gewesen wäre. Oder vielleicht filmte ich sie einfach nur, weil die meisten von ihnen getötet und selbst MärtyrerInnen wurden."
Mohamad Blakah Videofilmer

Überfall-Aussage-Idleber Land
Dezember 2012

Video: Mohamad Blakah

Frontlinie-Aleppo
Dezember 2012

Video: Mohamad Blakah

Schriftliche Zeugnisse

Beirut,29. Oktober 2019: Die achtzehnjährige Roula erlebt zum ersten Mal eine Protestbewegung.  Die Studentin aus Beirut ist glücklich darüber, dass die Demonstrationen im ganzen Land stattfinden, denn sie

Marj Bisri, 02. November 2019:Jean arbeitet in einem Elektro-Fachgeschäft in Jounieh. Zusammen mit anderen AktivistInnen hat er aus Protest zwei Nächte in dem Bisri Tal gezeltet. Dort soll, zum Großteil von der Weltbank

Sour, 08. November 2019:Mohammad ist 22 Jahre alt und hat seit Beginn der Revolution nicht mehr an seinen Kursen in der Universität teilgenommen. Stattdessen geht er zu den Demonstrationen in Sour im

Artikel

erstveröffentlicht am 18. Februar 2020 auf The Public Source

Die libanesische Revolution hat hunderttausende Menschen auf die Straßen getrieben, die sich nach