Image is not available

"Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bürokratie allein das tätige Element bleibt."

Rosa Luxemburg,
Die Russische Revolution (1940)
Slider

Über uns

Das neue Büro in Beirut ist das Programmbüro der deutschen politischen Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Als Baustein eines expandieren internationalen Netzwerks öffnete es im Mai 2017 seine Türen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die mit der deutschen Partei "Die Linke“ eng verknüpft ist, unterstützt seit 1990 weltweit Initiativen für demokratischen und sozialen Wandel. Unser Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern alternative Formen wirtschaftlicher Entwicklung und benachteiligte, marginalisierte Gruppen zu stärken. Dabei liegt unser Fokus primär auf Konfliktprävention und Versöhnungsprozessen.

Neben wissenschaftlicher Forschungsarbeit und politischen Bildungsprogrammen fördert die Rosa-Luxemburg-Stiftung zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen, die vielfältige soziale Dynamiken und Mechanismen in den Blick nehmen.

Das Beirut Büro ist derzeit im Libanon, in Syrien und im Irak tätig und arbeitet eng mit Partnerinstitutionen, Gruppen und Einzelpersonen vor Ort zusammen.

Unser Standort im Libanon, in unmittelbarer Nähe zu den andauernden Konflikten in Syrien und auch im Irak, macht eine spezifische programmatische Zielvorgabe notwendig, um den hier anzutreffenden Prozessen entsprechend begegnen zu können.

Unsere Arbeit ist daher speziell darauf ausgerichtet, sowohl das Konzept eines "positiven Friedens“ zu stärken und strukturelle Gewalt zu bekämpfen, als auch den Konsequenzen von Migration, Staatenlosigkeit und Menschenrechtsmissständen entgegen zu wirken  und nicht zuletzt linke Akteure und Perspektiven zu unterstützten.

Wenn Du mehr über die Rosa-Luxemburg-Stiftung und unsere Arbeit in Beirut erfahren möchtest, geht es hier zu unserem Programm, unseren Publiktationen und unseren Projekten.

Programm

Das Beirut Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung konzentriert sich aktuell auf drei thematische Schwerpunkte:

 

Positiver Frieden/ Strukturelle Gewalt

Positiver Frieden wurde als Konzept zuerst in den 1960er Jahren von dem Soziologen Johann Galtung formuliert. Es beschreibt die Abwesenheit von nicht nur direkten, sondern auch strukturellen, also versteckten Gewaltformen, wie Armut, Hunger, Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierung. Im Rahmen dieses Programs arbeiten wir daran, diese verschiedenen Formen struktureller Gewalt im Libanon, Syrien und im Irak sichtbar zu machen und zu analysieren. Unsere aktuellen Projekte behandeln sozio-ökonomische und geschlechtsspezifische Benachteiligung, transformative und soziale Gerechtigkeit, sowie Menschenrechte.

 
Migration

Seit Jahrzehnten sind der Libanon, Syrien und der Irak Schauplatz von Migrationsbewegungen. Daher liegt einer unserer programmatischen Schwerpunkte auf dem Thema Migration. Dabei beschäftigen  wir uns vor allem mit der Zugänglichkeit von Menschenrechten und sozialem Recht für MigrantInnen, Geflüchtete und Staatenlose und nehmen die Schwierigkeiten in den Blick, die diese Gruppen haben. Zudem untersuchen wir, wie sich Geflüchtete und MigrantInnen im Libanon, Syrien und im Irak selbst organisieren und in verschiedenen Formen von Grassroots-Aktivismus engagieren.

 
Linke Perspektiven und Akteure

Als politische Stiftung, die Netzwerke emanzipativer politischer, sozialer und kultureller Initiativen fördert und für den gleichberechtigten Dialog zwischen dem globalen Norden und dem Süden plädiert, ist es eine unserer Zielvorgaben, linkspolitische und progressive Perspektiven und Ideen in der Region auszubauen. Während wir uns zum Einen darum bemühen, diese Akteure in ihrer Arbeit und Aktionen zu unterstützen, wollen wir ihre Positionen und Perspektiven zum Anderen aber auch in einen deutschen und internationalen Kontext einbinden und somit den Austausch verschiedener linkspolitischer Netzwerke und Akteursgruppen befördern.

Zusammenarbeit mit dem Büro Beirut der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Eines der Ziele unserer Arbeit ist es, im Rahmen unserer programmatischen Schwerpunkte, geeignete Projekte zu unterstützen. Wir leisten finanzielle, inhaltliche und logistische Unterstützung für Kleininitiativen von Individuen, Kollektiven und Organisationen.

Wenn Du an einem Projekt arbeitest, das thematisch zu unseren Vorgaben passt, schicke uns bitte ein Konzeptpapier (etwa eine Seite) mit deinen Zielvorgaben und lege dar, inwiefern das Thema deines Projekts zu einem unserer Programme passt. Füge außerdem einen Budgetplan bei uns stelle dich kurz vor. Deine Bewerbung schickst Du an info.beirut@rosalux.org

 

Projekte

Bidayat Ausgabe No. 18

Dezember 2017 – Februar 2018: Bidayat Ausgabe No. 18:  Anlässlich des einhundertsten Jahrestag der russischen Oktoberrevolution von 1917 veröffentlicht Bidayat eine Ausgabe über Revolution zu unterschiedlichste Zeiten an unterschiedlichsten Orten- von Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis hin zu den Ereignisse seit dem Arabischen Frühling 2011. Unterstützt von RLS Beirut.

Die online Ausgabe findest Du hier.

Filmvorführung

05/07/2018: Filmvorführung "Nach Parchim“: Ein Dokumentarfilm von den deutschen Filmemacherinnen Johanna Huth und Julia Gechter, der die Erlebnisse des 9 Jahre alten Mounir aus Syrien und der 91 jährigen Ulla, die als junge Frau aus dem ehemaligen Ostpreußen geflohen ist, wiedergibt. Der Kurzfilm behandelt Fragen um Trauma, Krieg, Verlust und die Hürden die Menschen bevorstehen, die ein fremdes Land zu ihrem Zuhause machen müssen.

Hier gehts zum Trailer.

Competition for Housing Alternatives in Beirut

November 2017 – November 2018: "Competition for Housing Alternatives in Beirut”:  Als Reaktion auf das 2014 verabschiedete Mietgesetz, das die Wohnsituation von mehr als einem Viertel der Einwohner Beiruts gefährdet hatte, begannen Public Works und andere Organisationen, die Folgen von marktorientierter Entwicklung und politischer Tendenzen hinsichtlich des Wohnrechts zu untersuchen. Insbesondere ging es dabei darum darzustellen, wie soziale und räumliche Ungleichheit und Ungerechtigkeit entsteht und oftmals in der Vertreibung von einkommensschwachen und mittelständigen Familien resultiert. Auf den umfassenden Forschungsarbeiten von 2015 und 2016 aufbauend, arbeitet Public Works nun daran, eine Art Wohnungswettkampf zu etablieren, der als Platform fungiert um für kostengünstige Wohnungsmaßnahmen zu werben und die Rechte von LangzeitmieterInnen zu unterstützen.  Es wird nach innovativen Alternativen zum herkömmlichen Modell urbaner Entwicklung gesucht, wobei einkommensschwache und einkommensstärkere EinwohnerInnen im Mittelpunkt stehen. Angesprochen werden insbesondere ArchitektInnen, UrbanistInnen und PlanerInner, die ein Interesse daran haben, einen Rahmen für Intervention zu schaffen, um auf die Herausforderungen von bezahlbarem Wohnen und alternativem Bauen zu reagieren um so das Sozialgefüge Beiruts zu schützen und zu bewahren.

Roundtable on Socio-Economic Rights

November 2017 – laufend: “Roundtable on Socio-Economic Rights”: Die von RLS Beirut und Lebanon Support organisierten Diskussionsrunden dienen dem Ziel, Fragen rund um soziale und wirtschaftliche Rechte auf die Agenda öffentlicher Initiativen zu setzen. In unserer ersten Sitzung im November 2017 mit dem Thema "The Taxation System in Lebanon: Between Collection and Justice“ sprach Ziad Abdel Samad, und im März 2018 diskutierten Dr. Lea Bou Khater und Mohammad Zbeeb die "Fault Lines of Mobilisation for Worker’s Rights“.

Theaterprojekt mit der "Alliance of Migrant Domestic Workers“

November 2017 – Juni 2018: Theaterprojekt mit der "Alliance of Migrant Domestic Workers“ – The Journey:   Schätzungsweise 250.000 ArbeitsmigrantInnen leben und arbeiten im Libanon unter prekären Umständen. Fehlende soziale und rechtliche Absicherungen führen oftmals zu Ausbeutung und Missbrauch der Arbeitskräfte, die überwiegend als Hausmädchen angestellt sind. In Zusammenarbeit mit der Zoukak Theater Company und der Alliance for Migrant Domestic Workers arbeitet RLS Beirut daran, diese Dynamiken öffentlich sichtbar zu machen  und hat dafür das Medium Theater gewählt.  Die Produktion ist das Werk der Frauen selbst, die die Texte verfasst und auf die Bühne gebracht haben. Ziel ist es, dadurch zum Einen ihre Netzwerke auszubauen und zum Anderen einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Austausch und Kommunikation mit dem Publikum möglich sein kann.

Oktober 2017: "wa akhiran musiba” - "At Last, a Tragedy”: Ein Kurzfilm in Dokumentationsformat von Maya Shourbaji (Syrien, 2017), der 2018 bei dem 69. Berlinale Film Festival in Berlin seine Weltpremiere feierte. Unterstützt von RLS Beirut.
"Eine Tragödie, die ich nicht sehe, kann ich weder betrauern, noch ablehnen, noch mit ihr umgehen. Ich suche in meinen Erinnerungen nach ihr, auf klaren und verblassten Bildern, in Damaskus und Beirut, im Schatten der Geschichten meines engen Freundes Louay, zwischen meinem Gefängnis und Seinem.“

Hier geht’s zum Trailer.

Alliance for Migrant Domestic Workers

Oktober 2017 – laufend: Workshop mit der "Alliance for Migrant Domestic Workers“: Eine von RLS Beirut und der Alliance for Migrant Domestic Workers organisierte Reihe von Workshops, die rechtliche Fragen, Frauenrechte, Organisation und Aktivismus für Arbeitsmigrantinnen im Libanon behandeln.

Workshop zu den Libanesischen Parlamentswahlen 2018

November 2017 – März 2018: "Workshop zu den Libanesischen Parlamentswahlen 2018”:  In Anbetracht der im Mai 2018 anstehenden Parlamentswahlen, organisierte RLS Beirut in Zusammenarbeit mit linken AktivistInnen Workshops zum libanesischen Wahlrecht in mehreren Regionen im Libanon.

Journal of Labour

April 2018 –laufend: Journal of Labour: Ein zweimal im Jahr erscheinendes Magazin in arabischer Sprache, das verschiedene Themenbereiche der Arbeitswelt im Libanon betrachtet. Themenblöcke sind unter anderem die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, die Expat-Gemeinschaften, GastarbeiterInnen und Hausangestellte. Das Magazin wird von der RLS Beirut auf Arabisch herausgegeben.

Rosa-Luxemburg-Stiftung

Das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Beirut ist seit Mai 2017 das Programmbüro der deutschen Rosa-Luxemburg-Stiftung. Es ist momentan für drei Länder zuständig: Libanon, Syrien und Irak.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist eine von sieben politischen Stiftungen in der Bundesrepublik Deutschland, die direkt an eine politische Partei angegliedert sind. Hauptaufgabe der Stiftung ist es, politische Bildungsprogramme zur Verfügung zu stellen. Sie steht in engem Kontakt zu der Partei DIE LINKE.

Seit 1990 arbeitet die Stiftung unter dem Banner ihrer Namensgeberin Rosa Luxemburg. Die Stiftung steht für demokratischen Sozialismus und seine internationale Repräsentation und Interkonnektivität. Wir sehen uns in unserer Arbeit einer radikalen Perspektive auf Aufklärung und Sozialkritik verpflichtet und stehen so in der Tradition der ArbeiterInnen- und Frauenbewegungen, sowie des Antifaschismus und Antirassismus.

Bleib in Kontakt

Beirut, Badaro, Benoit Barakat Straße, Al-Rahhal Gebäude, 6. Stock
 info.beirut@rosalux.org

+961 (0)1 380893